Montag, 14. April 2008
Mein erster Webmontag
Vor mittlerweile genau einer Woche war ich zum ersten Mal bei einem Webmontag. Dieser fand in Bonn im Café Podcast statt. Das ist ein nettes Café, welches mit einer kleinen Bühne für Vorträge ausgestattet ist und sich somit optimal für solch eine Veranstaltung eignet.
Anwesend waren geschätzte 40-50 Leute, was die Erwartungen übertraf. Meine Kollegen Dominik, Ben und Jan Manuel waren ebenfalls am Start.
Folgende Themen/Projekte wurden in den Sessions vorgestellt: myPEAK.net, cellcast.de, produki, DataPortability Project, CSRF, Internet in China.
Anwesend waren geschätzte 40-50 Leute, was die Erwartungen übertraf. Meine Kollegen Dominik, Ben und Jan Manuel waren ebenfalls am Start.
Folgende Themen/Projekte wurden in den Sessions vorgestellt: myPEAK.net, cellcast.de, produki, DataPortability Project, CSRF, Internet in China.
myPEAK.net ist eine Art Community in der die Mitglieder selbst Wettbewerbe erstellen können. So gibt es zum Beispiel Wettbewerbe wie "Schönster Sonnenuntergang", wo Bilder gepostet werden können und darüber abgestimmt wird, welcher Sonnenuntergang am schönsten abgelichtet wurde. Oder zum Beispiel das beste Musikvideo. Externe Medien können dabei einfach eingebunden werden. Der Sieger dieser Wettstreits erhält Punkte.
cellcast.de ist eine Plattform, bei der man eine bestimmte Telefonnummer anruft hinter der sich ein digitaler Anrufbeantworter befindet, der dann das Gespräch aufzeichnet und danach als Podcast zur Verfügung stellt. So kann man mit dem Handy von überall Podcasts oder gar Videocasts aufzeichnen, was unter anderem als Live-Berichterstattung für regionale Sportveranstaltungen genutzt werden könnte. Dazu wurde dann noch eine handliche API präsentiert.
produki setzt sich auf den Begriffen "Produkt" und "Wiki" zusammen und ist also ein Produkt-Wiki. Der Sinn besteht darin Pro und Contra Listen über alle möglichen Produkte an einer Stelle zusammenzutragen, so dass man nicht mehr ziellos nach Produktrezensionen googeln muss. Zu jedem Produkt gibt es eine ausführliche Beschreibung mit Bildern und Links. Die Kommentare können je nach Nützlichkeit bewertet werden, so dass für Suchende die hilfreichsten Meinungen zu einem Produkt knapp zusammengefasst werden können. Man kann ebenfalls eine Liste mit allen Produkten, Geräten, Fahrzeugen etc anlegen, die man so besitzt, was ein Zuhörer für potenzielle Einbrecher sehr nützlich fand, wenn der Benutzer zusätzlich seine Adresse hinterlegt ;) Das vorgestellte Geschäftsmodell dazu war ebenfalls etwas dubios.
Das DataPortability Project ist eine im Moment sehr gehypte Anstrengung mehrer namhafter Firmen, sich auf technische und strategische Konventionen zu einigen wenn es darum geht, Datenbestände von einem (Web 2.0) Portal in ein anderes zu überführen, so dass Benutzer mehrerer solcher Seiten nich überall separat ihre Profile und Datenbestände pflegen müssen. Dabei ist noch nicht ganz klar, ob neben einer Export/Import Lösung auf Benutzerseite, Portale auch direkt Daten miteinander austauschen oder ob es zentrale Server geben soll wo man seine Daten pflegt und die dann von anderen Diensten angezapft werden. Ich halte nur für fragliche wie viele der bekanntesten Seiten überhaupt Interesse daran haben ihr Daten zu teilen oder auf einem gemeinsamen Server zu belassen. Die Antwort des Vortragenden war in etwa "Wenn ein paar kleine erstmal den Anfang gemacht haben, werden die großen, wie Facebook, mitziehen müssen". Würde mich wundern, da die Benutzerdaten ja das einzige sind, was diese milliardenschweren Verkaufsbeträge der SocialNetworks annähernd rechtfertigen.
Danach versuchte fukami (übrigens ein ex-Kollege, den ich leider nicht mehr kennengelernt habe) dem Publikum, in dem sich "angeblich" (hat sich auf Nachfrage keiner gemeldet) keine Entwickler befanden, die CSRF Problematik näher zu bringen. Das Thema war nich so ganz einfach zu erklären, aber am Ende konnte sich doch jeder etwas darunter vorstellen. Zumindest sollte jedem klar geworden sein, welche Gefahren von dieser Manipulationstechnik ausgehen können. Auf entsprechende Gegenmaßnahmen (neben Form-Token) hätte gerne auch noch ausführlicher eingegangen werden können.
Zum Schluß kam der meiner Meinung nach interessanteste Vortrag, indem es um das "Internet in China" ging. Der Referent erzählte dabei von seiner Reise durch Asien und wie Chinesen das Internet erleben, vor allem mit starken Bezug zu ihrer Kultur und Geschichte. So lernte man beispielsweise, dass sie den ganzen Tag in gigantischen Internet Cafés abhängen wobei es eine 20%ige Nichtraucherquote gibt ;D Es wurde von "Kreisen" erzählt, in denen sie die Welt begreifen und wie das Regime ihre Zensur durchsetzt. Ich war erstaunt, dass dort die hier so bekannten Seiten wie Google oder Youtube garnicht genutzt werden, sondern dass sie einen eigenen Gegenpart zu Google haben und 140 konkurrierende Videoportale statt nur Youtube. Es wurde auch auf das Thema "Kopien" eingegangen. In China ist es für jemanden eine Ehre, wenn er so gut in seinem Handwerk (z.b. Kaligraphie) ist, dass andere ihn kopieren, also wird solang geübt bis die Kopie exakt so aussieht wie das Original des Gurus. Nur blöd, dass die hiesigen Erfinder diese Ehre nicht zu schätzen wissen ;)
Bleibt abzuwarten wann die ersten erfolgreichen Seiten aus China auch nach Europa rüberschwappen und den Markt aufmischen.
Neben den Sessions wurde natürlich auch reichlich gefachsimpelt, Fotos gemacht und Bier und Kaffee geschlürft.
Angeblich sollten auch noch Videomitschnitte der Vorträge veröffentlich werden.
Ingesamt war es eine sehr angenehme Veranstaltung, die anscheinend am 2. Juni 2008 wiederholt wird und ich mir sicherlich nicht entgehen lassen werden.
Vielleicht werde ich ja dort auch mal etwas präsentieren :)
cellcast.de ist eine Plattform, bei der man eine bestimmte Telefonnummer anruft hinter der sich ein digitaler Anrufbeantworter befindet, der dann das Gespräch aufzeichnet und danach als Podcast zur Verfügung stellt. So kann man mit dem Handy von überall Podcasts oder gar Videocasts aufzeichnen, was unter anderem als Live-Berichterstattung für regionale Sportveranstaltungen genutzt werden könnte. Dazu wurde dann noch eine handliche API präsentiert.
produki setzt sich auf den Begriffen "Produkt" und "Wiki" zusammen und ist also ein Produkt-Wiki. Der Sinn besteht darin Pro und Contra Listen über alle möglichen Produkte an einer Stelle zusammenzutragen, so dass man nicht mehr ziellos nach Produktrezensionen googeln muss. Zu jedem Produkt gibt es eine ausführliche Beschreibung mit Bildern und Links. Die Kommentare können je nach Nützlichkeit bewertet werden, so dass für Suchende die hilfreichsten Meinungen zu einem Produkt knapp zusammengefasst werden können. Man kann ebenfalls eine Liste mit allen Produkten, Geräten, Fahrzeugen etc anlegen, die man so besitzt, was ein Zuhörer für potenzielle Einbrecher sehr nützlich fand, wenn der Benutzer zusätzlich seine Adresse hinterlegt ;) Das vorgestellte Geschäftsmodell dazu war ebenfalls etwas dubios.
Das DataPortability Project ist eine im Moment sehr gehypte Anstrengung mehrer namhafter Firmen, sich auf technische und strategische Konventionen zu einigen wenn es darum geht, Datenbestände von einem (Web 2.0) Portal in ein anderes zu überführen, so dass Benutzer mehrerer solcher Seiten nich überall separat ihre Profile und Datenbestände pflegen müssen. Dabei ist noch nicht ganz klar, ob neben einer Export/Import Lösung auf Benutzerseite, Portale auch direkt Daten miteinander austauschen oder ob es zentrale Server geben soll wo man seine Daten pflegt und die dann von anderen Diensten angezapft werden. Ich halte nur für fragliche wie viele der bekanntesten Seiten überhaupt Interesse daran haben ihr Daten zu teilen oder auf einem gemeinsamen Server zu belassen. Die Antwort des Vortragenden war in etwa "Wenn ein paar kleine erstmal den Anfang gemacht haben, werden die großen, wie Facebook, mitziehen müssen". Würde mich wundern, da die Benutzerdaten ja das einzige sind, was diese milliardenschweren Verkaufsbeträge der SocialNetworks annähernd rechtfertigen.
Danach versuchte fukami (übrigens ein ex-Kollege, den ich leider nicht mehr kennengelernt habe) dem Publikum, in dem sich "angeblich" (hat sich auf Nachfrage keiner gemeldet) keine Entwickler befanden, die CSRF Problematik näher zu bringen. Das Thema war nich so ganz einfach zu erklären, aber am Ende konnte sich doch jeder etwas darunter vorstellen. Zumindest sollte jedem klar geworden sein, welche Gefahren von dieser Manipulationstechnik ausgehen können. Auf entsprechende Gegenmaßnahmen (neben Form-Token) hätte gerne auch noch ausführlicher eingegangen werden können.
Zum Schluß kam der meiner Meinung nach interessanteste Vortrag, indem es um das "Internet in China" ging. Der Referent erzählte dabei von seiner Reise durch Asien und wie Chinesen das Internet erleben, vor allem mit starken Bezug zu ihrer Kultur und Geschichte. So lernte man beispielsweise, dass sie den ganzen Tag in gigantischen Internet Cafés abhängen wobei es eine 20%ige Nichtraucherquote gibt ;D Es wurde von "Kreisen" erzählt, in denen sie die Welt begreifen und wie das Regime ihre Zensur durchsetzt. Ich war erstaunt, dass dort die hier so bekannten Seiten wie Google oder Youtube garnicht genutzt werden, sondern dass sie einen eigenen Gegenpart zu Google haben und 140 konkurrierende Videoportale statt nur Youtube. Es wurde auch auf das Thema "Kopien" eingegangen. In China ist es für jemanden eine Ehre, wenn er so gut in seinem Handwerk (z.b. Kaligraphie) ist, dass andere ihn kopieren, also wird solang geübt bis die Kopie exakt so aussieht wie das Original des Gurus. Nur blöd, dass die hiesigen Erfinder diese Ehre nicht zu schätzen wissen ;)
Bleibt abzuwarten wann die ersten erfolgreichen Seiten aus China auch nach Europa rüberschwappen und den Markt aufmischen.
Neben den Sessions wurde natürlich auch reichlich gefachsimpelt, Fotos gemacht und Bier und Kaffee geschlürft.
Angeblich sollten auch noch Videomitschnitte der Vorträge veröffentlich werden.
Ingesamt war es eine sehr angenehme Veranstaltung, die anscheinend am 2. Juni 2008 wiederholt wird und ich mir sicherlich nicht entgehen lassen werden.
Vielleicht werde ich ja dort auch mal etwas präsentieren :)
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Nico - #1 - 18.04.2008 22:28 - (Antwort)
Vielen Dank für die Erwähnung von produki! Bzgl. den Einbrechern wird sich niemand Sorgen machen müssen, da die Adresse nicht öffentlich sichtbar sein wird und natürlich auch ein Nickname verwendet werden kann. Das Geschäftsmodell hätten wir gerne noch genauer erläutert, aber wir hatten ja ohnehin schon maßlos überzogen ;-) Wir werden das aber natürlich auf unserer Website nachholen... Die Veranstaltung hat mir ebenfalls sehr gut gefallen, freue mich auf die Vortsetzung am 2. Juni!
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